Schule gemeinsam revolutionieren

BBS Walsrode initiierte Lehrer Fortbildungstag,– Wie wollen wir als Organisation zukünftig Unterricht organisieren und dabei gesund bleibenPersonalisiertes Lernen und individualisiertes Lernen- das ist die Zukunft der Schule. Die Berufsbildenden Schulen Walsrode beschäftigten sich in einem komplett digital ausgerichteten Lehrer*innen Fortbildungs-Tag #LFT mit Visionen, Qualität und Möglichkeiten von Unterricht in der Zukunft und unter Corona-Bedingungen bzw. im Distanzunterricht. Besonders in den letzten Monaten hat sich die digitale Lernplattform als wichtigstes Mittel für Unterricht und zur Kommunikation auf Schüler- und Lehrerebene erwiesen.

Mit diesen digitalen Erfahrungen der Lehrkräfte und der technischen Sicherheit waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Fortbildung vorhanden. Für den nachhaltigen Eindruck einer Fortbildung sind zwei weitere Dinge wichtig: Erstens gute Referenten- die konnten für die Veranstaltung gewonnen werden und zweitens die Verpflegung- Mit logistischem Aufwand organsierte die Schulleitung ein „Wohlfühlpaket“ mit Studentenfutter, Schokolade, Smoothie, Tee und Strechband, die jedem Teilnehmer eine ansprechende Atmosphäre in die eigenen vier Wänden brachte. Für die Gespräche in der Kaffeepause zwischen den Workshops nutze man den digitalen Chat.

Ausreichend Grundlage für einen intensiven Austausch gab es zum Einstiegsvortrag von Olaf- Axel Burow, Professor für allgemeine Pädagogik. Mit seinen „7 Trends die Schule revolutionieren“ stellte der anerkannte Fachmann für pädagogische Personal- Organisationsentwicklung die Schülerzentrierung in den Vordergrund. „Wir müssen uns von bisherigen Strukturen verabschieden“, erklärte der in Europa anerkannte Fachmann. „Dabei sind analog und digital keine Gegensätze, sie sind eine gute Mischung“, erklärt Professor Burow in seinem Impulsvortrages und untermauerte diese Aussage am Beispiel der Förderung der Selbstständigkeit und individualisiertes Lernen und dessen Umsetzung aus anderen europäischen Ländern. Lehrer agieren gemeinsam als Team als „Future Designer“ und berücksichtigen dabei Schülerwünsche. „Schule muss zur lernenden Organisation werden und muss auf den Wandel eingehen“ beschrieb der ehemalige Lehrer. Professor Burow umschreibt die momentane Situation so: Schule ist als Fabrik organisiert und hat eine Form der Massenpädagogik. Vielmehr müssten Lernformate für individuelle Anforderungen geschaffen werden, die in Lehrräumen mit bestimmten Rahmenanforderungen geschehen. Schule müsse sich vom alten Bild lösen, um die Kompetenzen von Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zu entwickeln. Dabei wird der Hybrid Unterricht, auch über die Pandemie hinaus, die Zukunft sein. Damit Unterricht qualitativ hochwertig werden kann, ist unterrichtliche Beobachtung aus unterschiedlichen Perspektiven (Schülersicht) mit sich anschließendem Feedback-Gespräch wichtig. Vivien Böttcher vom Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung brachte den 120 Lehrkräften der BBS Walsrode das Beobachtungsinstrument auf des niedersächsischen Bildungsservers näher. Das Arbeitsvolumen für Lehrkräfte hat sich mit Corona erhöht. Da rücken richtige Ernährung und Achtsamkeit noch weiter in den Blickpunkt. Wertvolle Tipps und Anregungen zum „Brainfood“ richtig Essen, ein Workout- mit Bewegung in den Feierabend und Achtsamkeit im Lehrerjob rundeten das digitale Fortbildungspaket der BBS Walsrode ab.

In der Abendveranstaltung präsentierte Dr. Patrick Bronner vom Gymnasium Freiburg die Möglichkeiten von Distanzunterricht. Eine wichtige Erkenntnis daraus. „Die Mischung macht es“, so die zentrale Aussage von Dr. Bronner. Das künftige Lernen besteht aus dem Menschen, Tastatur und Bildschirm. Unterricht ist aber nicht nur Wissensvermittlung. Die Digitalisierung ist dafür ein wichtiges Element, das in Zeiten von Corona, Lücken deutlich gemacht hat. Um Schülerinnen und Schüler individuell fördern zu können, versteht sich Dr. Bronner als Bediener eines Musikmischpultes. Der Lehrer mischt mit jedem Regler die Aufgabe, entsprechend der Kompetenzen, individuell für jeden Schüler oder jede Schülerin zusammen. Mit projektorientiertem Lernen in unterschiedlichen Sozialformen unter Einsatz von analoger und digitaler Technik wird so Wissen vermittelt. Der Lehrer sorgt dabei für den richtigen Mix, um die persönlichen Kompetenzen seiner Schülerinnen und Schüler zielgerichtet zu fördern. Heidrun von Wieding von der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg zeigte sich nachhaltig beeindruckt von der Botschaft, das sich Lernen und Pädagogik verändern muss, damit individuelles Fordern und Fördern in der Ausbildung möglich werden kann.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 29.03.2021

Weitere Informationen und Inhalte: #LFT 16.03.2021 BBS Walsrode

 

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