Angela Suhr nach 45 Jahren Dienstzeit an der BBS verabschiedet

Nach 45 Jahren und 44 Wochen endet das Schulleben von Angela Suhr in der Verwaltung den Berufsbildenden Schulen Walsrode.Sie ist ein Urgestein und hat Generationen an den Berufsbildenden Schulen Walsrode begleitet. Am 31. Januar beendet Angela Suhr ihre „Schulpflicht“ an der Berufsschule Walsrode als Sekretärin und verabschiedet sich nach 45 Jahren und 44 Wochen Dienstzeit an der BBS in den Ruhestand. Tausende von Schülerinnen und Schüler, vier Schulleiter, eine Schulleiterin und zwei Namensänderungen ihres Arbeitgebers erlebte Angela Suhr während ihrer „Schulzeit“ in der Verwaltung der heutigen Berufsbildenden Schulen Walsrode, mit. „Zu Beginn meiner Dienstzeit waren die Schülerinnen und Schüler teilweise älter als ich“ erinnert sich die Schulabgängerin schmunzelnd zurück.

Fräulein Angela Suhr, wird am 01. April 1975 als Stenotypistin für die Kreisberufsschule Walsrode eingestellt“, so ist es unter Paragraphen 1 ihres Arbeitsvertrages mit dem Landkreis Fallingbostel nachzulesen. Ihre Kenntnisse in Stenografie habe sie zum Glück nie anwenden müssen, erinnert Angela Suhr sich zurück. Diktate erledigte man auf einer Stenorette (ein Diktiergerät mit Kopfhörer und Fußtaste). „In Kombination mit einer granatroten Kugelkopf-Schreibmaschine, die eine Korrekturtaste besaß, war das eine Top-Ausstattung und sorgte für eine enorme Arbeitserleichterung“, beschreibt Suhr rückblickend ihren Arbeitsplatz. Dokumente, wie Vertretungspläne fertigte die Sekretärin auf einer Matrize an, die anschließend mit einem Matrizendrucker, auch bekannt als Spiritus- oder Blaudrucker in der markanten blau-violetten und unscharfen Schrift mit der unverwechselbaren „Alkoholfahne“ vervielfältigt wurden. Auch in der Verwaltung der Schülerdaten gab es ein ausgeklügeltes System. Karteikarten! „Mit einem Blick hatte man Personaldaten, Noten, Versäumnisse und Fehlverhalten parat“, erinnert sich Angela Suhr zurück. Für die „schnelle Suche“ legte man Suchkarten an, damit Schüler bei Bedarf auch mal schnell gefunden werden konnten. Mobiltelefon oder E-Mail waren nicht vorhanden. Gemeinsam mit ihren drei Kolleginnen und dem Hausmeister Herr Kowalewski bewältigten sie die Verwaltung und Organisation der BBS, die in den Spitzenjahrgängen 1980/81 rund 2220 Schülerinnen und Schüler zählte. Alle Vorgänge in der Verwaltung geschahen per Hand. Mit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in den 1990iger Jahren, gab es gravierende Veränderungen in der Arbeitsweise. „Spannend waren die Anfänge der EDV-unterstützte Zeugniserstellung“, erinnert sich die scheidende Sekretärin an die abenteuerliche Herausforderung. Prozessbeschreibungen als Hilfestellung…? Fehlanzeige!  Experimentierfreude und autodidaktische Fähigkeiten waren als Hilfsmittel gefragt. „Letztendlich haben alle Schülerinnen und Schüler doch immer ein Zeugnis erhalten“, resümiert Angela Suhr lächelnd. 

Angela Suhr zu Beginn ihrer „Schulzeit“ in der Verwaltung den  Berufsbildenden Schulen WalsrodeMehr Eigenständigkeit der BBS und die Übertragung zahlreicher Aufgabenbereiche des Landes steigerten den Arbeitsumfang. „Vergessen“ wurde dabei nur, dass für die Erledigung der Aufgaben auch mehr Personal notwendig ist“, blickt die Sekretärin zurück, die in dieser Zeit zusätzlich die Personalsachbearbeitung übernahm. 

Fünf Schulleitungen begleitete die scheidende „Schülerin“ auf ihrem Weg durch die vielen Schuljahre, auf dem sie sehr viel gelernt habe. Begleitet war die Zeit auch von einigen renovierungsbedingten Umzügen innerhalb der Schule. Viele nette, liebenswerte und interessante Menschen habe sie getroffen. Unter ihnen fand auch der eine oder andere Kultusminister den Weg in „ihr“ Büro nach Walsrode. Die Vielfältigkeit der Menschen in Verbindung mit der abwechslungsreichen Arbeit machten den Berufsalltag an den Berufsbildenden Schulen Walsrode jeden Tag immer wieder interessant. Als spannend und gelegentlich auch herausfordernd beschreibt Angela Suhr rückblickend ihre Tätigkeit. Die Begegnung mit vielen Menschen in der großen Abwechslung und Vielfalt waren meist erfreulich, einige haben sie aber auch nachhaltig berührt und beschäftigt. Schule ist immer in Bewegung, in den letzten Jahren mit zunehmend schneller werdendem Tempo. Ständig neue Gesetze und Verordnungen, geänderte Stundentafeln…. – vielleicht würde etwas mehr Ruhe und Beständigkeit den Menschen guttun? Ruhe, die Angela Suhr nun vielleicht gemeinsam mit ihrem Mann, in ihrem Garten und bei einem guten Buch genießen will.

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