Infotag „An wen kann ich mich wenden“

 „Also, noch brauchen wir keine Schlag-anfallselbsthilfegruppe", stellt Josi, 18 Jahre, klar. Die angehende Sozialassistentin aus dem zweiten Lehrjahr steht mit ihrer Klassenkameradin Alyson, 20, im Forum der Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode - genau wie hunderte andere Schüler am Freitag. „Schwanger oder alkoholabhängig sind wir auch nicht - aber es ist schon gut, dass es so viele Hilfsangebote gibt", sind sich die jungen Frauen einig. Schließlich sei es auch ohne direkte Betroffenheit wichtig zu wissen: „An wen kann ich mich wenden?"

Hilfsangebote und Infos, so weit das Auge reicht: Im Rahmen von „An wen kann ich mich wenden“ im Forum der BBS Walsrode blieb kein Fleckchen ungenutzt.

Unter diesem Motto findet bereits seit 1999 jährlich ein Informationstag an den BBS Walsrode statt. Das Ziel ist es, nicht nur Schülern, sondern auch Lehrkräften einen Überblick darüber zu verschaffen, wer im Heidekreis bei welchen Anliegen der richtige Ansprechpartner ist - und das geht im direkten Kontakt am besten, weiß Dorothea Schwegler von der Schulsozialarbeit der BbS. „Die Hemmschwelle sinkt, wenn die Jugendlichen die Aussteller kennen."Angebote nicht nur für Frauen und Berufsrückkehrer: Die Jugendlichen der BBS informierten sich unter anderem am Stand der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis.

Damit Interessenten und Informierende auch zueinander finden, lassen die Aussteller nichts unversucht, um die Schüler an ihre Stände zu lotsen. Dabei kommen wie in jedem Jahr Süßigkeiten, Fühlkästen, aber auch Mi-ni-Tischkicker zum Einsatz. Schließlich sollen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Angebot wahrnehmen und nicht nur die unterrichtsfreie Zeit. „Auch, wenn nur bei ein paar wenigen Schülern etwas hängen bleibt, ist das schon ein Erfolg", sagt Dorothea Schwegler. Im Zweifel könne dann ein Mensch mehr Hilfe finden oder anderen welche vermitteln, wenn es darauf ankomme. „Ansonsten ist auch das Netzwerken untereinander wichtig", verweist die Schulsozialarbeiterin auf den Mehrwert der Veranstaltung für die Aussteller. Von der Polizei über Pro Familia, die VHS und sämtliche Selbsthilfegruppen - von der Gruppe für Tourette-Er-krankte bis zum Treffen für Kehlkopflose - sind mehr als 40 Ansprechpartner vor Ort, ganz neu in diesem Jahr auch die Institutsambulanz Soltau, freut sich Schwegler über das wachsende Angebot von „An wen kann ich mich wenden". Die Sozialarbeiter würden in Einzelfällen sogar Feedback von Schülern erhalten, und auch im Vorfeld der Veranstaltung werde in den Klassen deutlich, dass viele Infos „hängen bleiben".

Quelle: Walsroder Zeitung vom 04.12.2018 von Märit Heuer

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