Bundestagskandidaten stellten sich Fragen der Schüler in den BbS Walsrode

Sie stellten sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler: (von links) Agnes Hasenjäger (Die Linke), Dirk Mende (FDP), Ellen Gause (Bündnis90/Die Grünen), Kathrin Rösel (CDU), Hendrik Jürgens (FDP) und Lars Klingbeil (SPD).Zwei Stunden lang haben rund 100 Schülerinnen und Schüler der BbS Walsrode von den Kandidaten für die kommende Bundestagswahl zu politischen Themen Antworten gefordert. An fünf Stationen warteten die Gastgeber mit zuvor bei Workshops zusammengestellten Fragen. Die Themen überschrieben sie mit „Ausbildungsbaustelle Deutschland?", „Wie sicher ist sicher", „Wie, kein Platz (für Flüchtlinge und Ausländer)?", „Soziale (Un-)Gerechtigkeit?" und „Demokratie in der Krise?".

So wurde Mobbing in der Schule - wenn auch nicht in der BBS Walsrode - genauso zum Thema wie gleichgeschlechtliche Ehe, Angst vor Terror, Altersarmut und Lehrermangel.

Die sich um Wiederwahl bemühten Bundestagsmitglieder Lars Klingbeil (SPD) und Kathrin Rösel (CDU) wurden genauso nach ihren Auffassungen und Ideen befragt wie die Kandidaten Agnes Hasenjäger (Die Linke), Ellen Gause (Bündnis 90/Die Grünen) und die beiden Vertreter der FDP Hendrik Jürgens und Dirk Mendel. Dabei meinte Rösel unter anderem, dass das Rentensystem überarbeitet werden müsse, um auch in Zukunft ausreichend zu sein. Bei der „Ehe für alle" machte sie Unterschiede. Der Begriff „Ehe" sei nach ihrer Ansicht nur die Verbindung von Mann und Frau. Die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sollten deshalb nicht so genannt werden. Die gleichen Rechte, was Steuern, Erziehung der Kinder oder Erbschaft angehe, sollten ihnen dagegen auch zustehen.

Mende bat um Verständnis für die Polizisten, die bei gewalttätigen Demonstrationen „auch nur Mensch" seien. Er machte deutlich, dass die Berichterstattung, vor allem der digitalen Medien, bei Kundgebungen auf die Darstellung der Übergriffe und Gewalt konzentriert sei und damit ein falsches Gesamtbild entstehe. Jürgens forderte für die Sicherheit der Bürger eine Balance zwischen notwendiger Datensammlung und der Gefahr, zum Überwachungsstaat zu werden.

Gause plädierte für die Anpassung des Schulsystems an die sich mit der Zeit veränderten Anforderungen. Aber nicht wie bisher: „30 Schüler in der Klasse, jeder ein anderer Typ, und nur ein Programm." So könne keine zielorientierte Ausbildung stattfinden. Agnes Hasenjäger sah eine
völlig falsche Verteilung des Volksvermögens. Während für Schulen, Straßen und Krankenhäuser das Geld fehle, würden wenige Menschen so viel Geld haben, dass sie ohne es groß zu merken im Jahr eine Million Steuern zahlen könnten. Mit ihrem Geld und der damit verbundenen Machtausübung könnten sie Entscheidungen über Menschen hinweg durchsetzen, die ihnen nicht zustehe.

Das Urteil der befragten Schüler war unterschiedlich. Einig waren sie sich nur darin, einen guten Überblick
über die Ansichten der Politiker bekommen zu haben. So sagte Saskia Reiter, sie habe nun einen besseren Blick auf die Zusammenhänge der Politik erhalten. Mä-lin Riekens betonte die zum Teil unterschiedlichen Ansichten der Politiker. Kristin Feldmann meinte, jetzt vieles besser einordnen zu können. Jennifer Schmidt fand die Veranstaltung zu lang und die Unterschiede zwischen den Parteien zu undeutlich. Die Politiker waren überzeugt, den Schülern zumindest Denkanstöße gegeben zu haben.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 15.08.2017 (hbh)

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